Fatzer

 

Die Welt ist entweder harmonisch und ganz oder sie ist ein schreckliches, sinnloses Chaos, dem das einzelne, unverstandene und einsame Individuum ohnmächtig gegenübersteht. Sie darf nur eines nicht sein: veränderbar.
Zu den vierten Mülheimer Fatzertagen haben wir eine Inszenierung des Brecht’schen Fatzerfragments beigetragen,  in der wir uns als politisches Performancekollektiv in Zeiten des intensiv Farbe bekennenden deutschen Nationalismus, in einer trialektischen Gegenüberstellung von „freiem“, performativen und Als-Ob-Spiel,  einer intensiven Selbstkritik unterzogen haben.
Am Spiel beteiligte Personen waren sieben Mädchen* zwischen 9 und 13 Jahren aus Mülheim a.d. Ruhr, welche sich „frei“ spielend in dem aus einer expressionistischen postapokalyptischen Pappstadt bestehende Bühnenbild bewegten und den Chor darstellten, der aus der Perspektive der Klassenlosen Gesellschaft (Große Pädagogik) auf die Wirren der Revolutionsbemühungen der Fatzergruppe schaut und diese kommentiert. Innerhalb der kleinen Pädagogik verwandelte der Chor  den „Krieg der Völker in den Krieg der Klassen und den Weltkrieg[…]“ in eine riesige Wasserschlacht.

Dauer: 70 Minuten

2014 – Ringlokschuppen, Mülheim a. d. Ruhr

Im Rahmen der Fatzertage 2014 sind auch unsere Beiträge „Wir riefen Arbeiter und es kamen Zahnärzte“, „Erfahrungsbericht“ und „Unserer Lage Zeichnung – Einordnung zum Bürgerkrieg“ zu den 4. Mülheimer Fatzerbüchern im Neofelis Verlag erschienen.